| 2003.06.19 - Jazz In Olten - GIULIO GRANATI QUARTET |
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Giulio Granati p, Michael Rosen (USA) ts/ss, Stefano Dall'Ora (I) b, Silvano Borzacchiello dr Ein weiteres Highlight – und dass es aus der Schweiz kommt freut besonders. Der in Rom gebürtige und in Lugano lebende italienische Pianist Giulio Granati bleibt vermutlich noch eine Zeit lang Geheimtipp, auch wenn er die Herzen des Oltner Publikums bereits im Dezember 2001 einmal eroberte. Geheimtipp - zu Unrecht natürlich, denn was er eben zusammen mit dem amerikanischen, in Mailand lebenden Soprano- und Tenorsaxofonisten Michael Rosen, dem italienischen Bassisten Stefano Dall’Ora und dem Tessiner Drummer Silvano Borzacchiello auf dem zunehmend an Renommee gewinnenden Tessiner Label Altri Suoni eingespielt hat, ist grossartig. Wenn stilistisch auch nicht revolutionär sondern dem Mainstream in den Fussstapfen von Bill Evans nachfolgend zuzuordnen, so muss Granati doch eine heutzutage in diesem Bereich des Jazz im seltener werdende Eigenständigkeit attestiert werden. In den sieben Eigenkompositionen Granatis, welche teilweise bis zu zehn Minuten Dauern, besteht genügend Raum für ausgedehnte Soli. Ob modal oder uptempo: souverän agieren die vier konstant. Dabei trifft der schlichte Titel der Platte – „In the Mood“ – den Nagel auf den Kopf. Denn letztlich geht’s diesem hervorragenden Quartett nur um Stimmung(en), und die evozieren sie mit den ersten Klängen, seien es schreiende Seufzer auf dem Soprano, Dall’Oras gestrichener Bass (der manchmal an Mingus erinnert) oder Granatis lyrische Akkorde auf dem Piano. Granati muss wohl noch eine Zeit lang der verkannte Prophet im eigenen Lande bleiben, aber mindestens wir Oltner Konzertgänger haben ihn erkannt und können ihn nicht mehr vergessen.
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